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Wie ein tosender Wasserfall

 

AALEN - Im kleinen Cafe Wunderlich in der Rittergasse machte sich am Samstag das Sextett ”Iguazu” breit. Auch akustisch nahm die Band viel Raum ein .In der Mitte prangt das Plakat von ”Iguazu”, das den imposanten Wasserfall des gleichnamigen Flusses in Südamerika zeigt. Ein symbolträchtiges Bild. Das Sextett aus Aalen, Schwäbisch Gmünd, Esslingen und Nürnberg macht rhythmus-orientierten Latin-Rock: sirupdick, wie aus einem Guß. Wie ein tosender Wasserfall suchen sich die Rhythmen ihren Weg in die Gehörgänge der Zuhörer. Es gibt kein Entrinnen, die Musik ist zwar nicht überlaut, aber dafür überall.

Links des Plakats steht oder sitzt ein Teil der Band, der sich um den Groove kümmert und dem dafür allerhand Schlagwerk zur Verfügung steht. Die beiden Percussionisten Christa Schiller und Roland Speiser zerren Instrumente über die Thekenkante, von deren Existenz mancher Zuschauer bisher überhaupt nichts wußte. Eins vereint das Sammelsurium : Alle machen irgendein Geräusch, das sich rhythmisch in die Musik einbinden läßt. Jürgen Gschwind am Schlagzeug bedient dabei die eher konventionelle Schlagzeug-Abteilung.

Auf der anderen Seite stehen die Musiker, die für die melodieführenden Instrumente zuständig sind. Judith Huwe am Baß, Robert Weinstein an der Gitarre und Neuzugang Michael Altenberger an den Keyboards. Einen Sänger oder eine Sängerin sucht man vergeblich.

Zwar einnern die Kompositionen von ”Iguazu” deutlich an den Latin-Rock von Carlos Santana, darauf allein lassen sie sich aber nicht beschränken. Das Sextett bindet dank seiner Besetzung auch westafrikanische Elemente in seine Stücke ein, die einen stabilen Boden für die - teils jazz-, teils rock-beeinflußten Improvisationen von Gitarre oder Keyboard legen.

Eins läßt ”Iguazu” auf jeden Fall nicht aufkommen: Langeweile. Die Melodien sind ständig in Bewegung, verändern sich , entstehen neu. Die Band fordert ihr Publikum..

 

(Kritik zum Iguazu-Konzert im Cafe Wunderlich, AALEN , am 17.4.1999)